Erfahrungsbericht Maja Brumm

Mein Weg aus der Stille

Maturaarbeit: "Bessere Lebensqualität dank verbessertem Hörvermögen durch Cochlea Implantat" - Mein Weg aus der Stille

Maja Brumm erhielt für ihre 47 Seiten umfassende Maturaarbeit, die sie "Schweizer Jugend forscht" vorlegte, das Prädikat "gut". Aber das ist nur ein Grund von vielen, warum diese Arbeit auf Interesse stossen sollte.

Maja Brumm wählte für ihre Maturaarbeit ein sehr ungewöhnliches Thema aus. Es ist ungewöhnlich, weil es sich um ihre Erfahrungen mit ihrem Cochlea-Implantat (CI) handelt - noch ungewöhnlicher ist es, dass man auch erfährt, wie man mit zwei CIs hört. Bis heute besitzen nur einige dutzend Personen in der Schweiz zwei CIs. In der Literatur ist ausserdem eine solche Sammlung von Anschauungsmaterial selten zu finden.

Damit füllt Maja Brumm eine literarische Lücke, worauf sicher einige schon seit langem gewartet haben.

Allerdings kann man in ihrer Arbeit nicht nur etwas über ihre persönlichen Erfahrungen erfahren, sondern es enthält auch eine kurze Erklärung, wie das menschliche Ohr aufgebaut ist und wie es funktioniert. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, um zu verstehen, was ein konventionelles Hörgerät im Unterschied zum CI macht. Beide Systeme werden ebenfalls erklärt, das CI wird dem Thema entsprechend tiefergehender behandelt. So werden im Anhang auch die 3 verschiedenen Codierungsstrategien für das Nucleus(r)-System anschaulich mit Illustrationsmaterial erläutert.
Im persönlichen Teil, worin sie von ihren Erfahrungen erzählt, ist auch ein Audiogramm von ihr enthalten, das sie dem Leser gut erklärt. Ebenfalls werden die Vorabklärungen für das CI sehr gut besprochen. So erfährt man, dass man verschiedene Tests durchlaufen muss. Auch hier fehlen die entsprechenden Erklärungen und ein kritischer Blick auf diese Tests nicht.

Das "Highlight" ist ihr ausführlicher Bericht, wie sie in den ersten Tagen und Wochen mit einem CI bzw. zwei CIs hörte.
Maja Brumm gewährt nicht nur Einblick auf die Sonnenseiten des CI's, sondern auch auf die Schattenseiten, so waren die CIs zu Beginn noch recht gross, heute verbraucht es dafür sehr viele Batterien. Ihr Fazit unterstreicht klar, dass sie ihre beiden CIs trotzdem nicht mehr hergeben würde.

Abgerundet wurde die Arbeit zudem mit einem Vorwort der bekannten Schweizer Audiopädagogin Susann Schmid-Giovannini sowie mit einem Vorwort des heutigen Chefarztes der HNO-Klinik im Kantonsspital Luzern.

Die Broschüre erscheint bereits als 3. Auflage. Weitere namhafte Spezialist-     Innen haben sich bereit erklärt, für diese Auflage Vorworte zu verfassen. Allen sei an dieser Stelle sehr herzlich gedankt.

Die Maturaarbeit eignet sich für Hörgeschädigte, die sich mit dem CI auseinandersetzen wollen und für Eltern, die sich für ihr Kind über das CI informieren möchten, sowie Fachleute, die eine kleine Sammlung an Anschauungsmaterial oder einen Erfahrungsbericht benötigen.