Erfahrungsbericht Thomas Nobs

Heute lebe ich mit meinen zwei CI's sehr gut !

Schon als ich noch im Kindergarten war, wurde bei mir ein Hörverlust festgestellt, aber ich wurde noch nicht mit Hörgeräten versorgt, da man noch warten wollte! Was ja für die damalige Zeit üblich war! Und die Hörgeräte waren ja auch noch nicht so gut wie heute.

Als ich dann in die Schule kam, musste ich auch in die Logopädie, da meine Aussprache nicht perfekt war. Da aber der Hörverlust immer grösser wurde, wurde ich dann doch mit zwei Hörgeräten versorgt und musste ich ca. alle zwei bis drei Jahre neue Hörgeräte haben, die noch stärker und besser waren. Dazu kam dann auch noch, dass ich öfters Probleme mit dem Ohrstück im Gehörgang (Entzündungen, Druckstellen usw.) hatte. Und auch das Musikhören machte mir keinen Spass mehr. Um das Telefon mache ich ja eh schon einen grossen Bogen. Mit der Zeit ging ich dann in meiner Freizeit auch nicht mehr gerne unter die Menschen, da das Hören und Verstehen immer mehr ein Problem wurde für mich. Auch bei der Arbeit gab es nun öfters Probleme und Missverständnisse!

Als es dann auch mit den neuesten und stärksten Hörgeräten nicht besser wurde, und man mir auch sagte, dass man da mit Hörgeräte nicht mehr viel machen könne, bin ich dann auf das CI gekommen. Ich hatte mal was an einer Weiterbildung darüber gelesen, wusste aber nicht sehr viel darüber. Und so holte ich mir Infos und meldete mich zur Abklärung im Unispital an. Dort machte man dann Tests und Abklärungen und sagte mir dann: Ich käme für ein CI in Frage, aber man könne mir keine Prognose machen oder eine Garantie geben, wie es mit einem CI sein würde. Für mich stellte sich die Frage, CI - JA oder NEIN nie. Ich sagte mir einfach, es kann nur noch besser werden und verlieren kann ich ja nichts. Ich wusste, dass es auch Risiken gibt und es auch in die Hose gehen kann! Und auch was den Erfolg angeht, waren meine Erwartungen nicht sehr hoch! Es sollte einfach nicht schlimmer werden.

Und so habe ich dann im Jahr 2001 mein erstes Implantat erhalten. Die Operation und der Heilungsprozess verliefen ohne Problem. Und auch die Messungen die man während der Operation gemacht hat, waren gut. Ich war aber sehr froh, dass ich mir einen Monat Ferien genommen habe! So hatte ich keinen Stress. Nach 6 Wochen wurde mir der Sprachprozessor angepasst! Und von dem Tag an führte ich ein Hörtagebuch. Mein Eintrag nach der Anpassung: Die Stimme klingt wie ein Frosch! Musik hören geht nicht. Die Tram macht echt einen Lärm!

Aber nach jeder Einstellung wurde die Stimme besser und auch klarer. Aber es gab auch ein paar Einstellungen, die in die Hose gingen! Aber daraus habe ich auch was gelernt und mein Hörtagebuch hat mir da sehr geholfen.

Dadurch, dass meine Erwartungen nicht sehr hoch waren, war ich nach ca. 3 Monaten sehr positiv überrascht, was ich schon alles hören konnte und vor allem, wie ich es höre! Ich glaube, dass diese Einstellung sehr wichtig ist, um sich nicht selber unter Druck zu setzen. So fiel mir mal der Schlüssel auf den Boden. Ich hörte es zwar, wusste aber nicht, was es war. Erst als ich den Schlüssel am Boden fand, ging mir ein Licht auf. So ging es mir sehr oft, man hörte was, kann es nicht zuordnen. Nach ca. 6 Monaten merkte ich, dass mir das CI mehr bringt als das Hörgerät. Daher wollte ich auf der anderen Seite auch ein CI, was ich dann auch bekam (nach einem Jahr). Der Vorteil von zwei CI's ist, man hört im Lärm viel besser und man weiss auch, von wo der Schall kommt. Und was ich auf dem rechten CI nicht höre, höre ich auf dem linken. Kurz, sie ergänzen sich sehr gut. Und auch meine Selbstsicherheit beim Hören ist dadurch sehr hoch geworden. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an das CI-Team vom Unispital Zürich, für die sehr gute Einstellung, was ja nicht immer einfach ist, wenn man zwei CI's hat.

Und wie lebe ich heute mit meinen zwei CI's? Sehr gut und ich merke gar nicht viel von Ihnen! Mein Hörbehinderung ist für mich heute fast kein Problem mehr, da der Hörverlust sehr klein ist und das Sprachverständnis sehr gut ist. Ein Problem ist eher die hohe Natelrechnung, da das Telefonieren kein Problem mehr ist. Und auch Musikhören macht mir wieder sehr viel Spass. Aber bis ich soweit war, brauchte es Übung und Hörtraining. So hörte ich Hörbücher und las das Buch dazu, was mir immer sehr viel Spass gemacht hat. Aber das besste Hörtraining war für mich, mich mit Leuten zu unterhalten! Ich weiss auch, dass es nicht immer einfach ist und war, aber es braucht halt seine Zeit. Zum Schluss möchte ich aber auch sagen, ich könnte mir ein Leben ohne CI's nicht mehr vorstellen und es ist kein Vergleich zu den Hörgeräten.

Aber man muss sich auch bewusst sein, auch ein CI hat seine Grenzen! Aber je besser man das CI versteht und seine Grenzen kennt, desto einfacher wird es.